23. Hunsrück-Junior Rallye abgesagt

Keine Hunsrück-Junior-Rallye im Jahr 2020
Eigentlich wollte das Sportfahrer-Team Hunsrück e.V. mit der Entscheidung bis Anfang Mai warten, ob man die 23. Hunsrück-Junior-Rallye am 13. Juni 2020 durchführen möchte, bzw. überhaupt kann. Nach den politischen Entscheidungen vom 15.04.2020 kam man beim STH nun zu dem Entschluss, dass selbst bei einer behördlichen Genehmigung zu viele negative Aspekte eine Rolle spielen, die eine Durchführung erschweren oder sogar unmöglich machen.
„Wir haben lange gehofft, unsere Rallye doch noch irgendwie durchführen zu können, jedoch kamen wir nun zu dem Entschluss, dass es keinen Sinn macht, an dieser Hoffnung festzuhalten“, so Rallyeleiter Wolfgang Huhmann. „Selbst wenn wir widererwarten eine behördliche Genehmigung bekommen würden, wäre diese sicher mit einigen immensen Auflagen verbunden, die wir nur unter enormen Aufwand umsetzen könnten. Sicherlich würde auch die Ortsgemeinde Hettenrodt für die Bewirtung des Rallyezentrums einige Auflagen bekommen. Und am Ende würden wir eine Rallye durchführen, die nicht unseren Ansprüchen entspricht und fernab von einer gewohnten Rallye wäre“, zeigt sich Huhmann enttäuscht über die Absage der Rallye.
Ein weiterer Aspekt für die Absage ist die Finanzierung der Veranstaltung. Die Hunsrück-Junior-Rallye hat sich in den letzten Jahren auch durch sehr viele Sponsoren finanziert. In der aktuellen Lage findet man es beim STH unmoralisch, Firmen um ein Sponsoring zu bitten. „Viele Firmen müssen nun erst einmal selbst schauen, dass sie über die Runden kommen und die Krise überstehen“, ist Huhmann besorgt um die lokalen Firmen.
Ebenso könnte es problematisch werden, genügend Helfer für die Rallye zu finden. „Viele Menschen sind momentan verunsichert und lassen zum Glück große Vorsicht mit Blick auf ihre Gesundheit walten. Und da wäre auch sicher der Helferpool nicht so groß wie erforderlich“, gibt Huhmann zu bedenken. Des Weiteren wäre auch unklar, ob ausländische Teilnehmer zu der Veranstaltung reisen dürfen. Und da die Hunsrück-Junior-Rallye Lauf zum Luxemburgischen Rallyepokal ist, könnten dadurch einige Teilnehmer wegfallen.
Ebenfalls möchte man mit dieser Entscheidung das örtliche Rettungswesen entlasten. Dieses befindet sich auf vielen Ebenen zurzeit im Ausnahmezustand und hat alle Notfallszenarien vorbereitet und da würde eine Rallye eine zusätzliche Belastung für das Rettungswesen darstellen.
Aufgrund der unklaren Lage, ab wann solche Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen, die Termindichte ab September sowie der Wechsel der Rallye Deutschland in den Oktober, bei welcher das STH wieder zwei Wertungsprüfungen auf der Panzerplatte organisieren wird, kam man zu dem Entschluss, im Jahr 2020 keine eigene Rallye durchzuführen. „Wir werden die für dieses Jahr geplante Rallye 70 genauso für das Jahr 2021 planen und hoffen, dass bis dahin die Welt und somit auch die Rallyewelt wieder in Ordnung ist“, zeigt sich Huhmann optimistisch, im Jahr 2021 wieder eine eigene Rallye durchführen zu können. Einen Termin dafür gibt es bisher noch nicht, will man aber zeitnah festlegen und kommunizieren.